LGBTQ+ Reisen

Trends / Echtheit
Klaus Vedfelt
857308114
Rachel Brinton Matthews
Juni 4, 2019
Laut dem Zweiten globalen Bericht zu LGBTQ+ Reisen von UNWTO und IGLTA zählt die LGBTQ+ Gemeinschaft mit zu den normalsten Urlaubern. Auf Reisen geben sie sogar oft mehr als der Durchschnitt aus. Gemeinsam mit den sozialen und juristischen Veränderungen der LGBTQ+ Rechte, die gerade in vielen Ländern auf der ganzen Welt umgesetzt werden, ist es nicht weiter verwunderlich, dass immer mehr Reiseprodukte aufkommen, die speziell für diese demografische Gruppierung entwickelt wurden.

Bevor ein Land bereist wird, prüfen viele Mitglieder der LGBTQ+ Community seine soziale und juristische Stellung. Die Sicherheit, die Reiseunternehmen wie VACAYA oder Out Asia mit ihrer Expertise und ihren individuellen Reisen bieten, sorgt für innere Ruhe und ermöglicht den Kontakt zu gleichgesinnten Reisepartnern. Egal, ob Gruppenreise oder ein Rucksackabenteuer auf eigene Faust – diese speziellen Veranstalter verstehen, dass diese Gemeinschaft besondere Reisekenntnisse und ‑bedürfnisse hat und bieten maßgeschneiderte Lösungen an.

Und nicht nur Reiseveranstalter setzen auf dieses umfangreiche Angebot. Auch spektakuläre Reiseunikate wie Kesha Cruise bewerben ‘schräge und wundervolle Regenbogenfahrten’ für den queeren Teil und seine Freunde. Glanz und Glamour stehen dabei im Vordergrund, gleichzeitig erfolgt die Selbstdarstellung im geschützten Rahmen. In einer Welt, in der Homosexualität noch immer illegal ist und transphobische Gewaltverbrechen noch immer erschreckend hohe Zahlen aufweisen, ist die Beteiligung eines so berühmten Popstars ein wirklich bestätigendes Statement.

Auch Tourismusgremien sehen die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen des LGBTQ+ Tourismus. Die Kampagne ‘Ireland says YES to love’ (Irland sagt JA zur Liebe) wurde nur einen Tag nach dem historischen Referendum für die gleichgeschlechtliche Ehe gelauncht und ermutigt LGBTQ+ Paare, das Land zu besuchen und ihre Liebe zu feiern. Und erst letztes Jahr verkündete einer der weltweit beliebtesten Orte mit seiner inklusiven LGBTQ+ Kampagne ‘I do’(Ja, ich will). Las Vegas zeigte damit ein viel bunteres Gesicht, das weit über Braut & Bräutigam und Elvis‑Imitatoren hinausgeht.

Fotografie ist in der Reisebranche allgegenwärtig – prächtige Bilder von sonnigen Stränden und quirlige urbane Umgebungen eröffnen eine entsprechende Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, Geld auszugeben. Das gilt genauso für den LGBTQ+ Tourismus. Noch wichtiger aber als das Abbilden eines bereits ‘mehrfach bereisten Weges’ kann hier vielleicht ein wichtiger Hinweis auf sichere Räume, Gemeinschaften, die einen willkommen heißen, und inklusive Erfahrungen sein.
#greyhairdontcare