Die menschliche Seite der Technologie

Trends / Technologie
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Jacqueline Bourke
Okt. 8, 2019
Während die Technologie jeden Aspekt unseres Lebens mehr und mehr bestimmt, wird es für Marken immer wichtiger, komplexe Produkte von ihrer ‚menschlichen‘ Seite zu zeigen, um nicht nur innovativ, sondern auch authentisch und ansprechend zu wirken.

Die Technologie hat zwar zu mehr Komfort geführt, nach dem sich viele Verbraucher sehnen, aber das ging auf Kosten des zwischenmenschlichen Kontakts. Und in einer Zeit, in der die Bedenken gegenüber Cyber Security zunehmen und immer mehr Angst vor der Jobübernahme durch KI besteht, gibt es eine berechtigte Nachfrage nach Bildern und Videos, die zeigen, wie Menschen von Technologie profitieren, oder zumindest gut miteinander auskommen.

Wie der aktuelle Visual Trend Report 2019 von Getty Images zum Finanzdienstleistungssektor berichtet, wollen nahezu zwei Drittel (62 %) der Marken Technologie und Menschlichkeit in ihrem visuellen Branding abbilden. Außerdem zeigen unsere Suchdaten eine enorme Nachfrage nach Inhalten aus diesem Bereich. Dazu zählen Inhalte und Videos zu alltäglichen technologischen Themen mit einem Anstieg um 934 % für ‘Smart Speaker’, einem Plus von 246 % für ‘kontaktloses Bezahlen’ und einer Zunahme um 181 % für ‘Carsharing’ im vergangenen Jahr.
Aber auch Suchanfragen nach eher abstrakteren technologischen Konzepten zählen dazu. Suchen nach ‚Cybersicherheit’ stiegen beispielsweise um 144 %, ‚künstliche Intelligenz’ um 276 % und ‚Innovation’, der weltweit nach wie vor am häufigsten genutzte konzeptionelle Suchbegriff, nahm in den letzten 12 Monaten um 141 % zu. Am signifikantesten war, dass 2018 zum ersten Mal der Suchbegriff ‚Humanisierung von Technologie’ aufkam. Marken sind sich also durchaus darüber im Klaren, dass sie die Kluft zwischen Mensch und Maschine überwinden müssen. Wir müssen uns nur die diesjährigen Werbespots ansehen, die im Umfeld des Super Bowl ausgestrahlt werden, um zu erkennen, dass in 43 % der Spots aus dem Technologieumfeld KI und Robotik nicht als perfekt und unpersönlich dargestellt wurden und damit den hohen Stellenwert von Menschlichkeit unterstrichen.

Wenn wir die Finanzdienstleistungsbranche einmal beispielhaft näher betrachten, so zeigen sich signifikante Veränderungen, die im Zusammenhang mit dem spaltenden Effekt stehen, den Technologie auf diesen Sektor ausübt. In einer aktuellen Kundenbefragung von Deloitte zu Online‑Banking gaben Menschen an, dass sie sich mit Technologiemarken wie Apple, Amazon oder Google emotional stärker verbunden fühlten, als mit Finanzinstitutionen. Technologie hat die Kluft zwischen Verbrauchern und ihren Kreditgebern deutlich vergrößert. Bankfilialen wurden im ganzen Land geschlossen und durch Webseiten und mobile Apps ersetzt; Call Center wurden gegen Chatbots eingetauscht.
Technologische Entwicklungen haben den Finanzdienstleistungssektor maßgeblich verändert und Produkte und Innovationen hervorgebracht, die wir uns noch vor ein paar Jahren nicht hätten vorstellen können. Marken müssen diese Veränderungen annehmen, um relevant zu bleiben. Dabei war es noch nie so notwendig – und gleichzeitig so schwierig – den Faktor Mensch nicht außer Acht zu lassen. Wir bewegen uns auf eine Ära der technologischen Innovation zu, bei der es weniger um Technologie als Hilfsmittel geht, sondern vielmehr um die Art und Weise, wie wir damit erfüllter leben können. Wenn es um Storys und Technologie geht, ist die ‚Menschlichkeit’ in der visuellen Kommunikation – betrachtet aus der Perspektive der Verbundenheit und Gemeinschaft, des Verständnisses und der Güte – ansprechend und relevant, um eine eindrucksvollere Markenkommunikation zu erzeugen.
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